Chromjuwelen am Mainufer

Seligenstadt - Riesenzuspruch hatte die Oldtimerschau „Oldiepräsenta“ in ihrer 25. Auflage am Sonntag, 27. Juni 2010, entlang der Seligenstädter Mainuferpromenade am Rande der historischen Altstadt. Freilich hatten hochsommerliches Wetter mit strahlendem Sonnenschein und das Fußballereignis im Achtelfinale ihren Einfluss: Die Oldtimerfreunde kamen bereits schon vor dem offiziellen Veranstaltungsbeginn um 10 Uhr in Scharen, um dann zum großen Teil nach 15 Uhr wieder verschwinden zu können, um das Derby gegen England daheim verfolgen zu können. Zur Freude des veranstaltenden Oldtimerclubs WWWV (WirtschaftWunderWagenVereinigung IG) und der Jury unter der Leitung von Karl-Bernhard Nüchter blieben die pokalverdächtigen Oldies und das machte sich für sie mit einem der großen Jahrespokale, Anerkennung und Beifall bezahlt. Nach einer Ausstellungseröffnung im benachbarten Klostergarten traf Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams pünktlich bei den Oldtimerfreunden ein und konnte den strahlenden Jahressiegern gratulieren und die funkelnden Pokale überreichen. Dabei erwies sich die Rathauschefin als profunde Kennerin zahlreicher automobiler Klassiker, worüber sich das Clubteam mit ihrem Ausstellungsleiter Rudi Rack sichtlich freuten.

Große Freude auch bei Familie Disser (Hanau), die mit einem Porsche Vintage, aufgebaut auf einer 1963er Bodengruppe die Traumnote 1,45 verbuchen konnte und dafür den Pokal der Bürgermeisterin für den „Oldtimer des Jahres“ entgegen nehmen konnte. Martina Disser folgte ihrem Mann im Porsche mit einem VW-Export-Käfer aus den 60iger Jahren in einem ebenfalls nahezu neuwertigen Zustand.

Für das Auto im besten Originalzustand mit der Bewertung 1,45, einen Daimler „Ferret“ von 1962 nahm Joachim Armbruster (Norderdorffelden) den Jahrespokal entgegen. Den WirtschaftsWunderPokal für sein Motorradgespann EMW R 35/3 von 1953 (Note 2,27) nahm Ullrich Höpfel (Bruchköbel) entgegen. Das beste Auto der 50er Jahre präsentierte Christoph Schwantes (Bruchköbel) und fuhr mit einem Peugeot 203 Pickup vor und verbuchte die Traumnote 1,25. Einen Tick besser mit der Bewertung 1,2 wurde der Cadillac von Helmut Schuster (Rodenbach) eingestuft. Dafür nahm er den Pokal für das beste 60er Jahre-Auto mit. Thilo Laube freute sich für den Pokal des besten 70iger Jahre Autos. Er fuhr mit einem Ford Escort von 1972 vor und beeindruckte die Jury, die sich bei der Bewertung auf 1,35 einigte. Den schönsten Youngtimer hatte Udo Schmitt (Glattbach) vorgefahren. Sein Mercedes 280 SL von 1983 wurde mit 1,22 bewertet. Das „Cabriolet des Jahres“ (Note 1,45) ist eines der ultraseltenen BMW-Cabriolets der Typreihe 700 von 1965 im Originalzustand, vorgefahren von Michael Watzenborn (Friedrichsdorf). Über den Jahrespokal freute sich die gesamte Familie und erhielt dafür einen Extra-Applaus der Oldtimerfreunde.

Das schönste Krad dieser Schau hatte Herr Kern (Kleinkahl). Er fuhr mit einer 98ccm Adler von 1937 vor, die mit 1,97 bewertet wurde und nahm den Jahrespokal mit. Sichtlich überrascht von der Jury erhielt das langjährige Clubmitglied Marie Rack den Verdienstpokal „Managerin des Jahres“. Vorstand Karl-Bernhard Nüchter würdigte ihren Einsatz für die Oldiepräsenta, sowohl im Vorfeld bei den Vorbereitungen und der Bearbeitung zahlreicher Anrufe und Anfragen, wie auch an Empfang und Kasse auf dem Veranstaltungsgelände. Auch aus diesem Engagement resultiere der Jahr um Jahr größere Erfolg der Oldiepräsenta, die sich trotz zeitgleicher Olditmer-Veranstaltungen in der Region stets als führendes Treffen behaupten könne.

Mit guten Wünschen für allzeit gute Fahrt verabschiedeten sich die Oldtimerfreunde vom Mainufer, um anschließend im nicht enden wollenden Korso der Fußballbegeisterten in den Innenstadtstraßen stecken zu bleiben.