Trotzt Gluthitze war auch die 34. Oldiepräsenta wieder mal ein Publikumsmagnet

Der bislang heißeste Tag des Jahres traf freilich auch die Oldtimerfreunde der WirtschaftsWunderWagenVereinigung, was aber nur wenige davon abhielt, zur Oldiepräsenta ans Seligenstädter Mainufer zu kommen. Die meisten nutzten die kühlen Morgenstunden und reisten bereits weit vor Veranstaltungsbeginn um 10 Uhr an, um ein schattiges Plätzchen unter den Mainalle-Bäumen zu ergattern. So war der Besucherrekord bereits am frühen Nachmittag erreicht und danach wechselte sich die Szene munter ab. Unter der Gluthitze litten auch die Aussteller auf dem Festplatz, der komplett der flimmernde Sommerhitze ausgeliefert war. „Keine idealen Bedingungen für ein Oldtimertreffen“, bedauerte der Ausstellungsleiter Rudi Rack, „aber der Termin war gesetzt und musste gehalten werden. Regenwetter hätte es auch nicht besser gemacht.“

Dennoch, ausgelassenes Sommerfeeling, freundliche Stimmung beim herzlichen Wiedersehen, Benzingespräche und der beschauliche Rahmen am Mainufer bestimmten wie immer auch die 34. Auflage des beliebten Oldtimertreffens in Seligenstadt, welches in der Szene einen hervorragenden Ruf genießt. Am Nachmittag machte sich die Jury unter der Leitung von Miles Guck auf den Weg, um die besten Fahrzeuge für die Pokalvergabe zu ermitteln.

Punkt 17 Uhr fuhren die Eigner mit den schönsten Klassikern des Tages vor, um ihre Pokale entgegen zu nehmen. Zum „Oldtimer des Jahres“ mit der Bestnote 1,33 wurde ein Borgward Isaballa Coupe von 1960 ausgeguckt. Dafür nahmen Stephanie und Uwe Schneider den „Pokal der Stadt Seligenstadt“ entgegen, freudig überreicht vom Ersten Stadtrat Michael Gerheim und den Gratulationen des WWWV-Teams. In zeitgenössischer Aufmachung für Robert Blum aus Marköbel vor mit seinem Ford A Roaster von 1929 und erhielt den Pokal für das beste Vorkriegsauto mit der Benotung 1,33. Große Freude auch bei dem Klein-Welzheimer Heinz Zabolitzki, der für seinen Ford Pick Up F 100 von 1952 und der Note 1,4 den Pokal für das beste Auto der 50er und 50er Jahre erhielt. Mit 1,3 wurde der VW Käfer von 1965 von De Caro Vito aus Offenbach benotet. Der Fachmann machte aus einer „Odenwälder Rostlaube“ in dreijähriger Arbeit einen flotten Käfer „besser als neu“, was viel Beachtung bei der Jury und beim begeisterten Publikum fand. Mit einer schwarzen Luxuslimousine, einem Lincoln Continental Mark U von 1979, fuhr aus Alsbach-Hähnlein der stolze Besitzer Jörg von der Marwirt vor und erhielt für die Traumnote 1,36 den „Pokal der 70er Jahre“. Über einen einzigartigen Umbau staunten die Fachleute und Besucher nicht schlecht: Herr Petschauer aus Rodgau präsentierte seinen BMW-Rieger-Umbau von 1993 in einem erstklassigen Zustand und der Note 1,6 und nahm dafür den „Youngtimer-Pokal“ mit nach Hause. Mit der Benotung 1,66 war noch ein BMW unter den  Siegern von Wilhelm Peblenz aus Friedberg. Das knallrote BM 700-Coupe von 1963 ist sein mehr als 40 Jahren in seinem Besitz und wurde mit dem „Cabriolet“-Preis ausgezeichnet. Mit dem (einzigen) Bensmann Niva van Divide führ Herr Bonn aus Goch vor. Den „Pokal für das originellste Fahrzeug“ nahm er mit der Bewertung 1,63 entgegen.

Dann rollte ein wohl einzigartiges Fahrzeug – in Europa nur einmal bekannt – zur Prämierung für den „Exote des Jahres“ vor: Andreas Wietzke aus Darmstadt hatte seinen Ford Mustang Coca-Cola Kombi-Wagen von 1965 selbst aus den Staaten geholt. Dieses Auto war eines von wenigen, das der Coca-Cola-Konzern sehr speziell, weil einzigartig, umbauen ließ – mit Zapfanlage am Armaturenbrett und Surfbrett auf dem Auto –  wurde mit 1,3 bewertet – ein Hingucker schlechthin!

Unter den zahlreichen Zweirädern, die sich auch diesmal am Mainufer einfanden, machte der Aschaffenburger Friedel Morhard mit seiner „aus Teilen selbst zusammengebauten“ Adler MB 250 das Rennen und erhielt für die Note 1,63 den Motorrad-Pokal.

Für große Freude und anhaltenden Applaus sorgte die Vergabe des Pokales „Manager des Jahres“. Der in den vergangenen Jahren sehr engagierte Kfz-Sachverständige Miles Guck aus Klein-Welzheim freute sich sichtlich über die Würdigung seiner Arbeit und dankte dem WWWV-Team mit dem Versprechen, auch weiterhin tatkräftig dabei zu sein, was die Begeisterung noch steigerte. Helfende Hände und Experten können die Seligenstädter Oldtimerfreunde stets gut gebrauchen. Denn nach der Oldiepräsenta ist vor der Oldiepräsenta und so freuen sich schon alle auf das kommende Jahr und den letzten Sonntag im Juni, wenn zur 35. Oldiepräsenta eingeladen wird – hoffentlich bei freundlichem Wetter und erträglichen Temperaturen.

Dass nicht alle Seligenstädter auch Oldtimer –Freunde sind, zeigte sich bedauernswerter Weise an den Zufahrtswegen. Hinweisschilder, die eigentlich die reibungslose  Zu- und Abfahrten sichern sollten, sind offensichtlich von Anliegern beschädigt und entfernt worden. An der einzigen Zufahrtsstraße hatte jemand Freude daran, die Straße zu sperren, indem er die freigegebenen Poller an der Aschaffenburger Straße immer wieder einsteckte und die Zufahrt der Oldtimerbesucher  zum Mainufer blockierte, was freilich für das zeitweise Ausbleiben von Klassikern, Chaos und Beschwerden sorgte. Der Vorstand der WWWV hat Strafanzeige erstattet, denn Veranstaltung und Zufahrt waren ordnungspolizeilich gestattet.